Aktuelle Ergebnisse Swiss Payment Monitor 2/2021

Forschungsnotiz vom 18. August 2021
 

Bargeld erstmals nicht mehr meistgenutztes Zahlungsmittel


Bargeld ist erstmals nicht mehr das meistgenutzte Zahlungsmittel in der Schweiz. Es wurde von der Debitkarte vom ersten Platz verdrängt. Das zeigt der aktuelle Swiss Payment Monitor der ZHAW und der Universität St. Gallen.

Die Debitkarte hat das Bargeld erstmals als meistgenutztes Zahlungsmittel in der Schweiz abgelöst. Mehr als jede dritte Zahlung (34%) erfolgt mittlerweile mit der Debitkarte. Bargeldzahlungen nehmen auch über ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie weiter ab und machen inzwischen gemessen an der Anzahl Transaktionen noch knapp 30 Prozent aus. Das zeigt der zum fünften Mal durchgeführte Swiss Payment Monitor (SPM) der ZHAW und der Universität St. Gallen. Für die Untersuchung wurden im Mai 2021 mehr als 1400 Personen repräsentativ für die ganze Schweiz befragt.


Debitkarte weist den höchsten Umsatzanteil aus


Mit der Debitkarte wird in der Schweiz auch am meisten Geld ausgegeben. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben macht 31 Prozent aus, gefolgt von der Kreditkarte mit 25 Prozent. Im Vergleich zur letzten Ausgabe des SPM haben diese beiden Zahlungsmittel beim Umsatzanteil die Plätze getauscht. «Wir führen dies darauf zurück, dass das Onlinegeschäft in der Erhebung vom November 2020 rund 50 Prozent ausmachte, während es in der aktuellen Erhebung vom Mai 2021 lediglich rund 30 Prozent sind», erklärt ZHAW-Zahlungsmittelexperte Marcel Stadelmann. Im Präsenzgeschäft ist die Debitkarte mit einem Transaktionsanteil von 38 Prozent und einem Umsatzanteil von 41 Prozent klar dominierend. Bargeld wird bei Zahlungen vor Ort noch immer am zweithäufigsten verwendet (34%), gefolgt von der Kreditkarte (17%). Gemessen am Umsatz liegt die Kreditkarte (27%) im Präsenzgeschäft vor dem Bargeld (25%), da mit ihr tendenziell grössere Beträge beglichen werden.


Online-Einkäufe immer häufiger über ein mobiles Gerät

 

Online wird am häufigsten über ein mobiles Gerät eingekauft (42% der Transaktionen). Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozentpunkten gegenüber November 2020 (30%). An zweiter und dritter Stelle folgt die Rechnung (26%) und die Kreditkarte (14%). Die Rechnung hält hingegen mit 47 Prozent weiterhin den mit Abstand grössten Umsatzanteil im Distanzgeschäft, vor dem mobilen Bezahlen (20%) und der Kreditkarte (18%). Vor allem grosse Beträge werden per Rechnung beglichen. «Der mittlere Betrag der Rechnung (Fr. 99.–) ist mehr als drei Mal so hoch wie bei der Kreditkarte (Fr. 31.–) und rund sieben Mal höher als beim mobilen Bezahlen (Fr. 16.–)», sagt Tobias Trütsch, Zahlungsökonom der Universität St. Gallen.